Dienstag, 21. August 2012

Feminismus für AnfängerInnen- Teil 1




Der 1. Teil behandelt
  • Definiton & Literatur zum Feminismus
  • Sexismus, Sterotype
  • male privilege
  • Frauenquote
  • What about teh menz
  • persönliche Definition Feminismus

"Was ist Feminismus?" fragte mich eine Freundin und bat mich, doch mal darüber zu posten. *Puhh* keine leichte Aufgabe. Ich habe zwar Basiswissen zum Feminismus und ein gutes Gespür für Ungerechtigkeiten und Sexismus, aber DIE Definition zu finden ist unmöglich gar nicht so einfach. Es gibt verschiedene Strömungen und was für eine Feminismus bedeutet, ist auch immer eine persönliche Auslegungsache. Aber ich bin mir sicher, es gibt einen Konsens über die Grundpfeiler. Für die alten Häsinnen sind die folgenden Literaturhinweise, Erläuterungen und Defininitionsversuche nichts Neues, aber nicht jede Frau hat sich bereits mit dieser Thematik auseinandergesetzt, vielleicht aus Vorurteilen ( zu den Mythen kommen wir später noch), oder weil ihr das alles zu extrem wirkt. Aber ich fresse einen Besen, wenn nicht jede Frau zumindest eine Ahnung von den Ungerechtigkeiten hat, die uns täglich begegnen, weil wir Frauen sind. Übrigens will ich nicht unbedingt das wir unter uns bleiben, auch die Männer sind herzlich willkommen, denn sie sind Teil der Lösung. Es sei nicht unerwähnt, dass dieser Blog bei aller Offenheit eine Komfortzone für Frauen sein soll, in der sie sich wohlfühlen sollen und nicht angefeindet werden. Im Klartext, dieser Post lädt nicht zum diskutieren über feministische Thesen ein, sondern will Basiswissen vermitteln und meine persönliche Definition des Feminismus erläutern.  

Hast du ein bisschen Zeit mitgebracht? ;-)

Fang nicht bei Null an! 

Ich erinnere mich daran wie meine Heldin Alice Schwarzer jungen Feministinnen sinngemäß sagte, "Fangt doch nicht immer wieder bei Null an, sondern stellt euch auf unsere Schultern!". Sie hielt sich in ihren Anfängen ebenfalls für eine feministische Pionierin und musste verblüfft feststellen, das viele ihrer neuen Gedanken gar nicht so neu waren und Problematiken bereits Jahrzehnte vor ihr analysiert und durchgekaut wurden. Das Problem an der Pionierhaltung ist, frau muss härter kämpfen als wenn sie einem starken Verbund hinter sich weiß, aus dem sie Kraft schöpfen kann. Umso wichtiger ist es die feministische Literatur früherer Tage nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, damit wir eine Basis haben, auf die wir zurückgreifen können. Das macht uns stärker und wir können uns weiterentwickeln. Das Kämpfen für die Gleichstellung der Frau ist nicht neu.

Eine sehr ausgewählte (unvollständige) Literaturliste:

Hedwig Dohm : Die Antifeministen ( 1902 )
Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht ( 1949 )
Alice Schwarzer: Der kleine Unterschied und seine großen Folgen ( 1975 )
Gerda Lerner: Die Entstehung des feministischen Bewusstseins ( 1994 )
Laurie Penny Fleischmarkt: Weibliche Körper im Kapitalismus ( 2012 ) Rezension
Cordelia Fine und Susanne Held: Die Geschlechterlüge: Die Macht der Vorurteile über Frau und Mann ( 2012 ) 



Vernetze dich

Es gibt viele engagierte, tolle Frauen die am Ball bleiben und über Ungerechtigkeiten und Erfolge des Alltags und global berichten. Sie analysieren, decken auf, organisieren Initiativen und sagen dir wo du hingehen kannst um dich zu vernetzen.




Feminismus laut Duden/ Wiki und co.

Encyclopedia Britannica als “the belief in the social, economic, and political equality of the sexes” – also den Glauben an die soziale, ökonomische und politische Gleichheit der Geschlechter.

wikipedia  Feminismus (abgeleitet aus dem französisch féminisme, vom lat. Wortstamm feminaFrau‘) ist eine Sammelbezeichnung für heterogene Konzepte, deren gemeinsamer Ausgangspunkt das Aufbegehren gegen die Identifizierung von Frauen als einer Männern nachgeordneten Gruppe ist. Ziel ist die Veränderung der Lebenssituation von Frauen als auch der Strukturen, die eine Nachrangigkeit von Frauen hervorbringen. Feminismus grenzt sich von Gleichstellungspolitik durch die Vorstellung ab, dass die geschlechtergerechte Teilhabe an der gesellschaftlichen Gestaltung nicht ohne eine Veränderung der Machtverhältnisse zu realisieren sei.[1] Feministische Theorien greifen Themen und Erkenntnisbedarf der Frauenbewegungen auf.
„Feminismus ist die Theorie und Frauenbewegung die Praxis.“
Gudrun Metz-Göckel: 2003[2]
Duden Richtung der Frauenbewegung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z. B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt.

Edit: jede Menge FAQs über den Feminismus (englisch) finallyfeminism101

Das ist doch ungerecht! Worum geht's?

Männer sind Piloten, Frauen sind Stewardessen. Mädchen müssen hübsch und nicht schlau sein. Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Mach dich hübsch, sonst kriegst du keinen ab. Ich mach das für dich, das ist doch zu schwer/anspruchsvoll/Männersache. Hast du ab-/zu genommen? Das ist unweiblich! Männer sind durchsetzungsstark, Frauen sensibel. Rabenmutter! ( wenn du kurz nach der Geburt deines Kindes wieder arbeiten solltest). Die ersten drei Jahre ist ausschließlich die Frau für das Kind zuständig. 25% weniger Lohn weil du anders zwischen den Beinen ausgestattet bist als ein Mann?

Das alles sind Auswirkungen einer patriarchalisch organisierten Gesellschaft mit einem Berg von Sterotypen, Sexismus und geschlechtspezifischen Vorurteilen, (die Unterscheidung der Begriffe erfolgt später im Text), die uns sagen wollen, wie Frauen/Mädchen und Jungs/ Männer zu sein und vor allem NICHT zu sein haben. Es geht um Macht und die Erhaltung der Selbigen.

Stereotype

Das Vorurteil, Frauen wären schlecht in Mathe und Naturwissenschaften, hält sich leider auch unter Frauen hartnäckig. Dazu sei gesagt, dass Frauen erst seit einer relativ kurzen Zeit den gleichen Zugang zur Bildung und somit auch zur Wissenschaft, Politik und Kultur haben, aber wir haben in dieser Zeit stark aufgeholt. Eine Sufragette sagte mal sinngemäß:


"Wie könnt ihr sagen Frauen sind nicht in der Lage Mathematik und Wissenschaft zu erlernen oder in die Politik zu gehen? Das ist als wenn ihr einen gefesselten Mann ohrfeigt und ihn für schwach haltet, weil er nicht zurück schlägt!"

Nicht unbedeutend ist ebenfalls die psychologische Komponente. Wenn du glaubst, dass du etwas schlechter kannst, weil es dir von Kindesbeinen eingetrichtert wird, dann beeinflusst dich das. Die negative Selbsteinschätzung macht es wahrscheinlicher das du schlechter abschneidest. Die vielfach publizierten, biologischen Unterschiede sind nicht so groß und haben nicht so verheerende Auswirkungen wie du denkst. Du bist deines Glückes Schmiedin. Das Buch Geschlechterlüge von Held/ Fine entlarvt die schlechten Studien und eine Reproduktion des falschen Wissens über "den Mann und die Frau". EDIT: Artikel im Tagesspiegel die-geschlechterluege-biologie-als-neurosexismus

"Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird dazu gemacht." Simone de Beauvoir
Die Gesellschaft schafft das Frauen- und Männerbild. Du wirst nicht mit dem Kochlöffel in der Hand geboren und musst auch keine Beeren sammeln gehen, während dein Mann jagt. Wer dem Stereotyp entspricht und zu den Privilegierten, weiß, heterosexuell (und vor allem männlich ) gehört, dem/der fällt es vielleicht eine ganze Weile gar nicht auf, wieviel Druck und Leid durch diese Diskriminierung und den Sexismus entsteht. Gegen die limitierte Geschlechterrolle von Mädchen in der Werbung engagiert sich die Initiative  pinkstinks Ihr Slogan: "Mädchen sein kann man auf viele Weisen."



Sexismus

Brüste, überall Brüste, Blondinenwitze, Frauen werden auf ihren Körper reduziert und als verfügbares Fleisch und nicht als Mensch wahrgenommen. Das klingt für dich zu krass? Dann gucke dir bitte den Film von Jean Kilbourne an. Frau Kilbourne engagiert sich seit Jahren gegen sexistische Werbung und Öffentlichkeit. Ich stelle mich nun auf die vorher genannten Schultern einer anderen sehr engagierten Feministin und spare mir die Definition von Sexismus. Eine so fundierte und ausführliche Recherche wie Sanczny bekomme ich nicht so schnell hin. Der ganze Text: was-ist-sexismus

Auszüge:

 Sexismus = Vorurteil + Macht

Feministische Definitionen & Duden/dictionaries


Finallyfeminism101 – FAQ: What is “sexism”? (übersetzt):
Sexismus ist geschlechtsspezifische Diskriminierung und die Einstellungen, Stereotypen und kulturellen Elemente, die diese Diskriminierung fördern. Angesichts des historischen und anhaltenden Ungleichgewichts der Macht, bei dem Männer gegenüber Frauen privilegiert sind (Male Privilege), ist ein wichtiger, aber oft übersehener Teil des Begriffs, dass Sexismus Vorurteil plus Macht ist. Also lehnen Feminist_innen die Vorstellung ab, dass Frauen sexistisch gegenüber Männern sein können, weil Frauen die institutionelle Macht fehlt, die Männer haben.

Merriam-Webster (übersetzt):
 1. Vorurteile oder Diskriminierung aufgrund des Geschlechts; insbesondere: Diskriminierung von Frauen
2. Verhalten, Bedingungen oder Haltungen, die Stereotypen von sozialen Rollen aufgrund des Geschlechts fördern

Oxford Dictionaries (übersetzt):
Vorurteil, Stereotypisierung oder Diskriminierung, typischerweise gegen Frauen, aufgrund des Geschlechts

Sheldon Vanauken, “Freedom for Movement Girls – Now.” (übersetzt): Die Parallelen zwischen Sexismus und Rassismus sind scharf und klar. Jedes enhält falsche Annahmen in einem Mythos. Und genau, wie ein Rassist jemand ist, der die Überlegenheit einer Rasse über eine andere proklamiert oder rechtfertigt oder annimmt, ist ein Sexist jemand, der Überlegenheit eines Geschlechts (raten Sie, welches) über das andere proklamiert oder rechtfertigt oder annimmt. Aber die Bedeutung von Sexist ist offensichtlich. Und das ist der springende Punkt. Es ist ein besseres Wort als männlicher Chauvinist, das sperrig ist, in der Regel falsch ausgesprochen wird, und unpräzise in der Bedeutung ist. (Ein Chauvinist ist ein Super-Patriot; ein männlicher Chauvinist ist dann ein männlicher Super-Patriot – nicht ein Verfechter männlicher Vorherrschaft.) Sexist, auf der anderen Seite, ist kurz, präzise, sofort verständlich. Es hat einen scharfen, bissigen Klang, und es erbt die hässlichen Obertöne von Rassist. Es ist potentiell ein Wort der Macht. Männlich-chauvinistisch und männlicher Chauvinismus sollten fallen gelassen und sexistisch und Sexismus angenommen werden durch die gesamte Bewegung.

Unterscheidung zwischen Sexismus und geschlechtsspezifisches Vorurteil
Was unterscheidet Sexismus von geschlechtsspezifischem Vorurteil? Die Macht. Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht. (Max Weber)

Finallyfeminism101 (übersetzt): Ein roter Faden feministischer Theorie ist die institutionelle Macht: Männer als Gruppe haben sie, Frauen als Gruppe nicht. Offensichtlich sind Machtverhältnisse Verschiebungen unterlegen, abhängig von der Kultur und dem Zeitraum (nicht zu vergessen den Individuen, den anderen Privilegien, die die Person hat oder nicht hat etc. etc.) aber letztlich bleibt die Waage generell zugunsten der Männer gekippt. (…)
Während beide Parteien menschlich sind, und daher die gleiche Kapazität haben, von dem Vorurteil verletzt zu werden, ob sie wollen oder nicht, haben Männer ein ganzes System von Geschichte, Traditionen, Annahmen, und in einigen Fällen Rechtssystemen und “wissenschaftlicher” Beweise, die ihren Worten ein Gewicht geben, zu dem Frauen keinen Zugang haben.
Sanczny sagt dazu:
Sexismus wirkt sich auf gesellschaftlicher Ebene aus, die Makroebene, das große Ganze. Bei geschlechtsspezifischem Vorurteil beschränkt sich die Wirkung auf die persönliche Ebene. Sexismus schafft und erhält über Dominanzausübung eine Geschlechterhierarchie. In dieser Hierarchie sind Männer oben, Frauen unten. Genauso wie “Deutschenfeindlichkeit” in Deutschland kein Backup aus institutioneller Macht hat, läuft “Sexismus gegen Männer” auf gesellschaftlicher Ebene ins Leere. Man kann in einer sozialen Struktur nicht nach oben diskriminieren. Es gibt keinen Rassismus, Sexismus, *ismus gegen die privilegierte Gruppe.

Antje Schrupp warum-die-rede-von-der-umgekehrten-diskriminierung-falsch-ist/

Sexismus und obligatorische Geschlechterrollen oder: Patriarchy Hurts Men Too
Männer werden “diskriminiert”, wenn sie nicht männlich genug sind. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass Weibliches schlecht ist. Das Vorurteil betrifft Männer mit (stereotyp) weiblichen Eigenschaften, und der Macht-Aspekt richtet sich gegen Frauen. Das bestätigt die Geschlechterhierarchie zugunsten von Männern, auch wenn in dem Fall Männer unmittelbar von den Auswirkungen betroffen sind.


Der ganze Text von Sanczny: was-ist-sexismus

 

Male privilege

Male Privilege ist eine Reihe von Privilegien die die Gesellschaft Männern (als Gesamtheit) aufgrund ihrer institutionellen Macht zuerkennt. An der Stelle merkt man schon, dass Privileg selbstreproduzierend ist. Privileg entsteht aus Dominanz und dient dazu, diese zu sichern. Male Privilige und die Heteronorm basieren auf der Geschlechterhierarchie. Und umgekehrt. Male Privilege ist der unhinterfragte Schwanzbonus. Male Privilege zeigt sich, wo faktische Gleichheit als Ungleichheit wahrgenommen wird. Wo Gruppen mit 50% Frauenanteil für frauendominiert gehalten werden. Wo bei einem komplett männlich besetzten Podium nicht auffällt, dass Frauen fehlen. Wo dominantes Verhalten der Frau gesehen wird, weil sie bei der Eheschließung mit einem Mann ihren Familiennamen behalten will. Und wo in dem Fall dass beide denselben Familiennamen tragen, automatisch davon ausgegangen wird, es wäre seiner.  Male Privilege ist so allgegenwärtig und “normal”, dass es unsichtbar ist. Oft wird es erst bemerkt, wenn es fehlt. Männliche Interessen werden fast überall privilegiert. Und weil das Männliche als Norm und Weibliches* als Abweichung gilt, werden in unserer Gesellschaft männliche Interessen oft gar nicht als geschlechtsspezifische erkannt.

Für  Pro's und Interessierte, ein kleiner Ausflug in die Tiefe der Privilegien Cis Privilege von high on cliches


Frauenquote

Wir wollen den Männern nicht die Jobs weg nehmen. Es geht ebenfalls NICHT darum, dass schlechter qualifizierte Frauen einen Job bekommen, weil sie Frauen sind. Es gibt ein bestehende Benachteiligung durch eine "unsichtbare"  Männerquote. Dies gehört ausgeglichen. Warum nur die Manager und nicht die Bauarbeiter? Das ist ein beliebtes Argument. Übrigens war der Zugang zu Bauberufen in der BRD bis zum Juli 1994 Frauen per Gesetz verwehrt. Frauen haben dafür gekämpft in diesen "dreckigen" Jobs arbeiten zu dürfen. Ähnlich verhält es sich bei bei der Abfallentsorgung. EDIT: Deren neue Chefin Frau Vera Gäde-Butzlaff hat eine 50% Frauenquote eingeführt.
Es kann nur von oben nach unten etwas verändert werden. Gibt es mehr Frauen in leitenden Positionen, werden mehr Frauen im mittleren Management ausgebildet. Dies führt dazu, dass eine größere Diversität in einem Unternehmen stattfindet. Das heißt im Praktischen, die Tage der Kaffee bringenden Sekretärin im Minirock die sich auf dem Po klapsen lasen muss, sind gezählt. Die Vorstand-Männerausflüge in den Puff werden gestrichen. Mehr Frauen in Führungspostionen bedeutet auch mehr Frauen die sich um eine betriebliche Kinderbetreuung und flexiblere Arbeitszeiten ( auch für Männer ) kümmern können. Denn sie sind persönlich betroffen. Es ist nicht so, dass eine Frau in Ruhe Karriere machen kann und der Mann sich auschließlich um Kinder und Haushalt kümmert. Frau musste sich entscheiden, Kinder oder Karriere. Wer beides wählte, wurde zerrieben zwischen  Überstunden und schlechtem Gewissen. Daher müssen Konzepte her, die jenseits der "Mann macht Karriere und Frau bleibt zu Hause" und "Frau kann beides haben (muss aber alles alleine organisieren)" agieren. Gleichberechtigung bedeutet auch flexiblere Arbeitszeiten und mehr Kinderbetreuungszeiten für den Mann, ohne das ihn seine Freunde schief dabei angucken.


Meine persönliche Definition

So nun habe ich einen Batzen an feministischen Themen erklärt oder zumindest angerissen. Aber was ist nun Feminismus? Als aller Erstes ist es anstrengend, sobald man sexistische Strukturen erkennt und sie bewusst wahrnimmt, sind sie überall.



http://www.sinfest.net



Wenn Frauen in einer Gruppe, ob Politik, Verein, NGO oder Sonstiges nicht vorkommen, fehlt die Vielfalt und Interessen werden nicht abgebildet. Frauen dürfen nicht unsichtbar sein.Wenn man zu einen Radio-Beitrag Sexismus in Videospielen, nur Männer einlädt, dann fehlt die Stimme der direkt Betroffenen. Es gibt ein Ungleichgewicht im Machtverhältnis zwischen Männern und Frauen. Auch wenn Frauen angeblich darüber allein entscheiden, wen sie "daten" und wie die Kinder erzogen werden, haben sie damit noch lange nicht die Privilegien und Möglichkeiten der Männer..

Die Welt ist ungerecht und ich bin ein Teil davon. Ich will nicht Sexismus reproduzieren, genauso wenig möchte ich das meine Freunde und Bekannte Geschlechterollen manifestieren. Der wohlmeinende Sexismus gehört ebenfalls dazu. Wenn ich mich Mädchen/Frau-gerecht benehme und dafür gelobt werde ist das genauso bullshit, wie wenn man seinem Sohn verbietet zu weinen "wie ein Mädchen". Das Weibliche ist nicht schwach, das Männliche ist nicht stark. Wir sind alle Menschen, die stark, schwach, leise, laut, schüchtern, outgoing, ehrgeizig, süß, distanziert, frech oder brav sind. Wir sind unterschiedlich, aber nicht weil wir Männer und Frauen sind, sondern weil wir Menschen sind. Vielfalt ist für mich der Schlüssel.

Sexistische und diskriminierende Strukturen erkennen und zu verändern, bedeutet NICHT über Frauen oder Männerwitze zu lachen, NICHT etwas als typisch weiblich ab- oder als typisch männlich aufzuwerten ( und umgekehrt ). Es bedeutet, dass technische Fragen oder Erklärungen NICHT von vornerein an den Mann zu richten sind und ästhetische und soziale Kompetenz automatisch der Frau zu geschrieben wird. Frauen dürfen stärker als Männer sein und Männer dürfen schwach sein. Die Väter sollen nicht distanziert  und isoliert von ihren Kindern leben und die Mütter müssen nicht alles einstecken und leise leiden- weil das Mütter eben so tun ( es von ihnen verlangt wird ). Ein Mann der weniger arbeitet, weil ihm die Zeit mit der Familie wichtig ist, ist keine Lusche und eine Frau die Karriere machen will, trotz Kinderwunsch, keine Rabenmutter.

Das Trauma der Hausarbeit gehört überwunden. Jungs lernt Wäsche waschen und euch selbst zu versorgen und erwartet nicht das die Frau brav ist. Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen und können auch in "Männer"-Studiengängen wie in den Ingenieurwissenschaften brillieren. Lasst uns nicht beleidigt sein, wenn ein Mann nicht die Rechnung übernimmt. Bauen wir ein Regal ruhig mal alleine zusammen, wenn es nicht klappt, kann man immer noch einen Freund oder eine Freundin nach Hilfe fragen. Es ist vielleicht ein bisschen schade, aber die Prinzessin-Privilegien gehören auf den Müll, wenn wir als denkende, selbstbestimmte Wesen wahrgenommen werden wollen. ( Ich nehme mich da nicht aus.) Wir sind keine fremdbestimmten Prinzessinnen sondern Frauen/Mädchen mit Kapital- Hirn und Herz!

Da ich als Cis-Frau privilegiert bin, scheue ich mich ein bisschen davor über Diskriminierung von homosexuellen Menschen zu sprechen. Aber dennoch möchte ich sagen, auch wenn ich hauptsächlich von heterosexuellen Beziehungen spreche, Heterosexualiät ist nicht die Norm, weder besser noch schlechter. Denn Normen sind generell kacke. 

Uff, das wars erst Mal. Ich hoffe das war nicht zu unübersichtlich. Vieles fehlt noch das mir wichtig ist ( Anfänge der Frauenbewegung, Gewalt gegen Frauen, Recht & Gesetz, Beziehungen, generisches Maskulinum etc.), daher kommt demnächst Teil 2.


Edit: What about teh menz? 

Warum die Frage Diskussionen erschwert und vom Thema ablenkt. was-ist-falsch-an-what-about-teh-menz?

Du bist ein Mann und hast Fragen zum Feminismus? 
Super, dann wird dir dieser Beitrag vielleicht helfen. Übersetzung von feminism-for-dudes-from-a-dude-translated-by-a-dude/

Auszüge:
Nun hast du all diese Fragen über Feminismus, und wenn meine Analogie nicht verdammt schlecht war, verstehst du, dass Feminist*Innen über die Grundlagen des Feminismus auszufragen sehr ermüdend oder sogar verärgernd, vielleicht sogar beides für sie sein kann, abhängig vom Kontext. Also was tun? Zuerst: Mach dir bewusst, dass der Kontext sehr wichtig ist. Zweitens: Sei bereit, dir einzugestehen, dass du nicht besonders oder clever bist weil du feministischen Ideen zustimmst. Drittens: Mach dir klar, dass Feminismus eine eigene Terminologie hat, und das aus gutem Grund.  Zum Schluss, lies diesen Text zu Ende und schaue bei weiteren Fragen auf http://finallyfeminism101.wordpress.com/ Dort ist alles VOLL mit Fragen die du haben könntest, und es ist eine gute Quelle,  auf der du Antworten suchen solltest.


Feministen (Männer) und Allies bloggen:
kotzendes-einhorn.de
Regenbogenpony
andreaskemper


 

Kommentare:

  1. Klasse, vielen Dank!
    Mir gefällt der Inhalt sehr und die gefundenen Tippfehler behalt ich und nagel sie mir an die Wand ;)

    Freu mich auf den 2. Teil!

    AntwortenLöschen
  2. Psst, ich editier doch die Fehler nach dem veröffentlichen noch, sonst würd ich nie einen Post zu Ende bringen. Mut zur Lücke! ;-)

    AntwortenLöschen
  3. hi
    soeben über deinen blog gestolpert!
    Gefällt!!
    komme sicher wieder und würd mich freuen, wenn du mal bei mir vorbeischaust.
    alles Gute für deine Gedanken und Texte

    AntwortenLöschen
  4. Danke Frau Gestalterin! Da gucke ich mir direkt mal deinen blog an. LG

    AntwortenLöschen
  5. Sanczny heißt aber nicht Sanczy, sondern Sanczny heißt Sanczny. ;)

    AntwortenLöschen
  6. Upps! Verzeihung, wird sofort editiert.

    AntwortenLöschen