Montag, 2. November 2015

Blogschau: Ich zünde auch nichts an! Mascara statt Code, Gründerinnen erzählen, Halloween.

Ohnmächtig fühlen ja, aber nicht untätig bleiben
Die Anschläge auf Flüchtlinge, die Aufnahmestätten, Helfer und jetzt auch Journalisten reißen nicht ab. 
Mit welcher Dreistigkeit sogar Politiker rechte Statements posten und unsinnige Zäune, Aufnahmestopps etc. fordern, macht mich fast sprachlos. 
Nicht stillhalten, sondern gegenhalten, ist angesagt, gerade wenn es schmerzt. 
In diesem Fall haben Polizisten 200 marschierende Rechte veräppelt ( im White Angry Feuilleton auch gern Asylgegner genannt [sic]) die den Weg für Flüchtlinge versperren wollten. Die Flüchtlinge konnten dadurch unbeschadet von Passau nach Meerane gebracht werden.

Focus- Polizei von Meerane trickst marschierende Rechte aus.

Verharmlosung
Ich nenne diese menschenfeindlichen Nationalisten übrigens weder Asylgegner, noch besorgte Bürger, Wutbürger oder Sonstiges. Es sind Rechte, Punkt. Und wieviel ehrlicher und transparenter wäre die Berichterstattung ohne diese ganzen Begründungen 'Die Leute sind arm und wütend auf das System'. Das sind sehr viele andere Menschen in Deutschland auch und die setzen sich gerade deshalb für Schwächere ein (hint: Linke). Sehr passend äußerte sich dazu die liebe @Hirn_Sieb

Ada Lovelace Festival nur mit Schminke erträglich?
( Das ist zugegeben eine sehr bissige Überschrift. ) 
Das Ada Lovelace Festival fand am 27. und 28. Oktober in Berlin statt und wollte laut eigener Aussage '... eine einzigartige Plattform [schaffen] für Professionals und Young Professionals aus der Informatik- und Technologiebranche und thematisiert insbesondere die neuesten Branchentrends, Forschungsergebnisse und Erfolgsgeschichten von Frauen in der IT.Unterstützt wird die Verbindung von Wissenstransfer & Erlebnis-Charakter durch den einmaligen Festival-Gedanken.' Es ist essentiell wichtig mehr Frauen in Tech-Berufen zu bringen und zu fördern. 
Warum es in der IT mehr Frauen brauchtNur warum wird ein goodybag mit Faltencreme und Haarspray verschenkt? Ich bin eine große Verfechterin von dem Recht auf feminines Äußeres und gegen die doppelte Stigmatisierung, aber Faltencreme, serious? Ist mir auf einer Computermesse auch noch nicht in die Tüte gekommen. Interessant auch was Chris Köver Mitbegründerin vom Missy Magazin für The Wired für ein Fazit nach der #AdA15 zieht. Ada15- 5 Thesen über Frauen in der IT

Gründerinnen erzählen auf Xing
Von den Erfolgreichen lernen. Über Chancen, Netzwerke und Stereotype erzählen unter Anderen die Gründerinnen 
Freya Oehle ( Spottster), Sanja Stankovicz (Digital Media Women e.V.) und Ida Tin ( Biowink ). Gründerinnen berichten auf Xing


Was gab es sonst noch in der Woche? 

Halloweenparty bei Remerge und im Lido, organisiert von Maskworld ( wir haben zu Spicegirls gesungen Yehah!), Läuse in der Schule und der schmerzliche Verlust eines meiner Lieblingshütchen. Hier noch ein Bild mit Fascinator von Frollein vom Sofa. Na, wer erkennt das Motiv?

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Plötzlich Familie - Stiefmütter sind doch nicht böse!

















Bei Disney oder Grimm ist das Stereotyp der Stiefmutter immer gleich. Fies und gemein wie sie ist, behandelt die Stiefmutter das Stiefkind grundsätzlich schlechter als die eigenen, trennt es vom Vater, so noch vorhanden. Die Message - wenn du eine Stiefmutter bekommst, wird alles nach der Trennung der Eltern ( oder dem Tod der Mutter), noch schlimmer. Ein Gefühl von Einsamkeit macht sich breit, hoffnungslos und buchstäblich verlassen ist das arme Kind. Woher kommt dieses Stereotyp? Fußt es auf der Annahme, dass nur eine leibliche Mutter ein Kind lieben und versorgen kann oder darf, der Angst der leiblichen Mutter verlassen zu werden, Eifersucht auf eine neue Partnerin? 'Die kann mich nie ersetzen'!? 
Die Wirklichkeit sieht längst anders aus. Es gibt Familien mit adoptierten Kindern, Kinder die bei den Großeltern leben, alleinerziehende Mütter und Väter, Familien mit 2 Müttern und oder 2 Vätern, Patchwork Großfamilien die sich abwechseln... Ich bezweifle dass Kinder dieser Familienmodelle weniger geliebt oder versorgt werden. Meine Familienkonstellation ist vielleicht nicht die Allerüblichste. Die Kinder leben bei dem Vater und wir vier sind vor ein paar Monaten zusammen gezogen, ein kompletter Neuanfang. Es gibt nicht mehr die Altlasten des Hauses, das gemeinsam gebaut und mit Erinnerungen gefüllt ist. Dort hätte ich mich nur schwer zu Hause gefühlt, mehr wie ein Gast der die Familienidylle stört. 
Plötzlich Familie. Alles ist neu und abenteuerlich, vor allem für mich, aber es fühlt sich auch merkwürdig vertraut an.
Nun habe ich 2 Grundschulkinder. Ich weiß nicht wie das andere Bonusmamas machen ( es interessiert mich brennend! ), aber ich fühle mich wie eine Mama, die den Luxus hatte, die beiden kleinen Menschen vorher etwas kennenzulernen.
Wir haben das recht behutsam gemacht. Regelmäßige Besuche, wir unternahmen gemeinsam Ausflüge und organisierten sogar zusammen den Kindergeburtstag der Herzenstochter. Dem Erlebnis widme ich aber noch mal einen Extra-Post!
Ich habe das Gefühl ich bin eine Pionierin und erforsche neues Gebiet. 
Entdeckerinnen und Pionierinnen- legendäre Frauen und ihre Geschichten.


























Mir fehlen momentan ein paar 'Anschauungs-Subjekte' und Vergleichsmöglichkeiten. Aus welchem kollektivem Gedächnis soll ich schöpfen? In der Literatur und den Medien kommt dieses Familienmodell so gut wie nicht vor. Also habe ich nur eines, meinen gesunden Menschenverstand und meine Mutter. Meine Schwester ist eigentlich meine Halbschwester. Zufällig genau in dem Alter in dem auch die Herzenskinder sind, wurden mein Vater, meine Schwester und meine Mutter zu einer Familie. Bald darauf kam ich. History repeating?

Zurück zum Alltag, der für mich noch gar nicht so alltäglich ist. Alle leiblichen Muttis schmunzeln vielleicht überlegen (dazu schreibe ich demnächst mal mehr), aber es ist schon eine Umstellung auf einmal zwei große Kinder von 6 und 7 Jahren, richtige Menschen mit Charakter, in ihrem Alltag mit Schule, Freunde und dem Papa zu begleiten. 
Ich hatte nicht Jahre Zeit, mich an ihre Eigenheiten zu gewöhnen, sie weder gewickelt noch gestillt. Sie sind jetzt da und das mit voller Wucht- Bumm! 

[Spoiler: Aber ich finds toll.] Ob die Euphorie nach einer Weile abebbt weiß ich nicht. Die Sorge von Freundinnen 'geht das nicht zu schnell?' 'Dann habt ihr ja keine Zeit mehr für euch.', hat sich bis jetzt nicht bestätigt. Ok, ich kann nicht mehr am Wochenende bis 11 oder 12 ( ungestört) im Bett liegen, morgens ist es bereits vor dem ersten Kaffee schon ziemlich turbulent und höllisch-scharfes Curry kochen fällt auch erst mal weg. (Obwohl indische Kinder von klein auf daran gewöhnt werden, also vielleicht geht das noch nachträglich? *hoffnungsvoll*) Wenn ich nach Hause komme schmeiße ich mich nur noch selten auf die Couch und mache ein Nickerchen und wenn die Bude unordentlich ist, stört es mich mehr als sonst, denn ich will doch das die zwei in einer ordentlichen Umgebung aufwachsen, Vorbildfunktion for the way! Das alles ist anders, aber dadurch nicht schlechter, ich sage nur KUSCHELN. Es ist so unglaublich schön, wenn zwei kleine Kinder dir einfach so Vertrauen und sich beim Film gucken wie selbstverständlich an dich ankuscheln. In diesem Moment ist es ziemlich egal ob ich sie geboren habe oder nicht, sie gehören jetzt zur mir.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem bösen Stiefmutter Stereotyp und wie fühlte sich das Kennenlernen der Kinder an?  Ich freue mich von anderen Pionierinnen zu hören! Schreibt mir auf twitter @Ni_Naseweis #PlötzlichFamilie

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Ich heirate eine Familie (fast)

Der Blog wird wiederbelebt!

Nach einem turbulenten Jahr mit neuer Liebe, Umzug und den neuen Aufgaben als Ziehmutti von 2 Kids, habe ich wieder viel Lust meinen Blog zu pflegen. 
Es geht weiterhin um Themen wie Feminismus, Larp, Mode und Trends. Aber es kommt auch ein spannendes neues Feld dazu - Familie und im Speziellen Stiefmutter/ Bonusmama/ Ziehmutter sein. 

Was der Alltag einer Familie mit Herzenskindern an Herausforderungen bietet. Wie das soziale und gesellschaftliche Umfeld damit umgeht. Und entscheidend, wie sich das Leben einer Frau von 'unabhängig mit Freund' zu plötzlich ( und ich meine plötzlich! ) 'Wir sind jetzt eine Familie und leben zusammen' verändert. Das und mehr gibt es demnächst. Ich freue mich auf einen regen Austausch mit anderen Mamas, Ziehmuttis und Papas und allen die hier lesen. 

Wieso sind in Geschichten Stiefmütter immer böse? Sehe ich so aus?
Twittert mir eure Fragen, Ideen und Antworten @Ni_Naseweis #Stiefmutter 

Freitag, 26. September 2014

Rant #herforshe #watson what about teh menz? Wieder einmal...

Ich finde es übrigens voll gut das die jahzehntelange Arbeit von Aktivistinnen ignoriert, und einfach wieder bei Null angefangen wird ( sic ). Denn wo kämen wir denn hin, wenn wir das Tempo und die Komplexität des Themas ( Feminismus) nicht JEDES JAHR neu an die Bereitschaft der Männer ( und Frauen) , die sich damit noch nicht beschäftigt haben, anpassen. Merkt ihr selbst, ne? Die sollen doch froh sein über jeden Stohhalm die pösen Feministinnen!

Tiefergehende Probleme gehen wir dann im nächsten Jahrzehnt an, ne hoppla da gibts ja dann wieder welche die sich damit noch nicht beschäftigt haben. Ist es denn allen die sich über Kritik aus der Expertenecke beschweren, noch nicht aufgefallen, das in den letzten Tagen, anstatt über Themen wie Sexismus, Gender Pay Gap oder Gewalt an Frauen und Mädchen, nur über die Inklusion von Männern gesprochen wird? Kein Austausch von Erfahrungen oder 'erzähl doch mal wie das ist'.

What abou teh menz, löst genau deshalb bei Vielen böses Magengrummeln hervor. Und ich gehöre zu den ausgwählten Erklärbären im Team!

Wie es @baum_glueck so treffend beschreibt:

Toxic masculinity hurts men, but there’s a big difference between women dealing with the constant threat of being raped, beaten, and killed by the men in their lives, and men not being able to cry.

Noch nicht mal das, sondern es wird sich darüber beschwert, dass Männer nicht nett gebeten und eingeladen werden. Anstatt weltweites Allytum und Solidarität, haben wir nur nen paar Promis die Schildchen hochhalten und ganz viele Typen die Feminstinnen angreifen und belehren wollen, ungeachtet ihres jahrelangen Engaments und der schwer erarbeiteten Inhalte.  

Tschuldigung das ich da nicht laut applaudiere!

Kritik an einer unausgegorenen Aktion zu üben, die nicht mal im entferntesten die Probleme ankratzt mit denen wir uns rumplagen, ist völlig legitim und richtig. Expertinnen zu silencen, weil sie endlich mit der nötigen öffentlichen Aufmerksamkeit ausgestattet, mehr wollen als nur 'die Männer habens auch schwer' zu hören?

Protipp: Da werden offene Türen eingerannt. Diese Tatsache wird seit Jahrzehnten unbestritten von Feministinnen verbreitet. Die Einladung wurde schon 100-fach ausgesprochen. ABER wir wollen über dringlichere Probleme zu erst reden. Das ist unser gutes Recht Wenn die Hütte brennt, löschen wir auch nicht zu erst die Tonne vor der Tür.


Sonst sind doch Typen auch so scharf auf Expertentum, warum hier nicht? mansplaining?

Hört den Expertinnen zu verdammt und erwartet keinen Sesamstraßen-Feminismus.
Feministische Theorien und Inhalte sind nicht im Bernsteinzimmer versteckt, sondern frei verfügbar. Wer fragt, kriegt übrigens auch Antwort, aber pauschal belehren wollen, ohne sich auszukennen, fördert nicht die Bereitschaft.

Wir wollen uns verdammt noch mal nicht immer wieder vor Hinz und Kunz rechtfertigen müssen! Also wollt ihr wirklich den Feminismus unterstützen? Dann ran da!