Dienstag, 24. Juli 2012

Sag doch mal Vagina!

http://www.governmentfreevjj.com/
"Fuck" gehört zum festen Jugendjargon. Ob das schlechte Wetter, die 6 Mathe oder der Abstieg des Lieblingsfussballvereins, mit "Fuck" oder "voll krass" (Das negativ als auch positiv genutzt werden kann) kommentiert, weiß jeder was gemeint ist. Man hat sich Luft gemacht. "Ey du Muschi!", "Sei nicht sone Pussy" dagegen ist eine Geringschätzung und Beleidigung.  Die weiblichen Genitalien werden im öffentlichen Sprachgebrauch nur ungern genannt und wenn, dann leider abwertend als Bezeichnung für einen vermeintlich schwachen Mann. Die zarten empfindlichen Hoden dagegen, sind eine Prädikat für Stärke. "Grow some balls!" oder "Der hat Eier!" Männer sind mit ihren Genitalien und deren Benennung im Sprachgebrauch immer viel offensiver umgegangen. Der Schwanz wird fast anbetungswürdig gerne genannt und zitiert. Auch das zurechtrücken in der U-Bahn oder das Kratzen am Sack ist gesellschaftlich akzeptiert, wenn man auch nicht gerade einen Film über die Ästetik des Sackkratzens sehen möchte. Vielleicht liegt es daran das die männlichen Genitalien ( doofes Wort übrigens ) außerhalb liegen? Das Mysterium Pussy umgibt immer etwas geheimnisvolles, Zentrum der Lust aber auch Geburtskanal, der bluten und reißen kann und vor allem etwas kann, das Männern vorenthalten ist.

Montag, 23. Juli 2012

Sisterhood- Frauen sind auch scheiße.

Heute mal ein sehr persönlicher Post, aber das Private spiegelt nun mal auch die Gesellschaft wieder.

Von Favianna Rodriguez http://www.favianna.com
Ich bin traurig und verletzt. Wie kommt eine fremde Frau dazu mich zu beleidigen in dem sie meinen Körper negativ bewertet? Wieso tun sich Frauen gegenseitig weh?  Leiden denn nicht alle unter den Stereotypen? Zu dünn, zu dick, zu kurvig, Hungerharke. Auf Plakaten, in Magazinen im Fernsehen, überall werden uns photogeshopte Frauen vorgeführt, schlank, reine Haut, lange Beine, haarlos, das Ideal! Keine wird verschont. Ich wehre mich gegen das Ideal, schon eine gefühlte Ewigkeit. Ich widerspreche wenn Freundinnen sagen, sie müssen abnehmen, weil die Röhrenhose doch so angesagt ist und ihre weibliche Figur damit nicht so gut zur Geltung kommt. Ich versuche nicht über andere Frauen und ihr Aussehen zu lästern. Wenn meine Mutter mir eine tolle Anzeige zeigt, deren Model anorexisch und traurig aussieht, sag ich das auch. Ich mache schönen Frauen Komplimente, gerade denen die nicht dem Magermilchmodel-Ideal entsprechen, weil sie das vielleicht seltener hören, schon gar nicht von einer anderen Frau.

Dienstag, 17. Juli 2012

Keine Prinzessin- Die Moral von der Geschichte ist...

Darf dein Kind Disney sehen? Ich liebte als Kind die Disney-Märchen. Nicht wegen der schönen Kleider, die waren zwar nett anzusehen, aber nicht für die Geschichte wichtig. Die Frauen erlebten Abenteuer! Sie lebten in Zauberwäldern oder im Meer, kämpften gegen Feinde und es gab Magie! Nur das Ende gefiel mir meistens nicht. Warum immer geheiratet werden musste, war mir unklar. Der Prinz war meistens schmuckloses Beiwerk. Haben sie die ganzen Abenteuer etwa nur überlebt um sich dann dem geordnetem (langweiligen) Ehe-Leben in einem Schloss zu fügen? Schon als Kind hatte ich das Gefühl, daran ist irgend etwas faul. Bei näherer Betrachtung sogar mehr als das.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Genitaltechniker vs. Romantiker

Im Netz und in Magazinen begegnet mir aktuell das Thema Liebe. Sie wird analysiert, zerpflückt, neu definiert. Die Beiträge haben alle etwas gemeinsam, einen Hauch Verzweiflung. Haben Feministinnen auch eine Chance auf eine glückliche Beziehung (mit einem Mann)?, fragt zum Beispiel die EMMA. Die Ausgabe ist fast komplett dem Thema Liebe gewidmet. Dabei kommen Gegnerinnen und Befürworterinnen der Liebe und der Zweierbeziehung zu Wort. Autorin Eva Illouz sagt im Interview:
"Die Familie ist für Männer optional, sie brauchen sie in unserer Gesellschaft nicht so sehr wie Frauen um als erfolgreich zu gelten."
Stimmt, wer fragt bei einem Top-Manager danach ob er verheiratet ist? Während man bei einer Frau die Karriere macht und Single ist,  oft mitleidig mit dem Kopf nickt, und denkt für die Karriere muss frau privat Abstriche machen.  Sybille Berg behauptet auf spon "Liebe ist alles, sonst ist alles nichts"  Anlass für die Aufregung ist das Buch von Christiane Rösinger, gerade erschienen,  aber nicht von Frau Berg gelesen. Der Buchtitel deklassiert die Liebe als "überbewertet". Rösinger vertritt die Auffassung von der Paardiktatur.
"Nur drei Prozent aller Säugetiere leben monogam in einer festen Beziehung – warum muss dann ausgerechnet der Mensch dazugehören?"
 Ein interessanter Kommentar zu Frau Bergs Artikel Für die Liebe:
"Alles Romantische und Sentimentale muss ein Affront sein für die Genitaltechniker und Sexutilitaristen. Liebe lässt sich nicht optimieren - deswegen kann sie nicht ökonomisiert werden: Deus caritas est."
Sind wir alle Genitaltechniker mit dem Hang zur Polyamorie? Im hedonistischen Partyumfeld besteht nach meiner Einschätzung gerade zu ein Zwang 'sich auszuleben' und der flotte Beischlaf- Partnerwechsel wird vorausgesetzt. Die Abweichung von der Norm ist in den Kreisen die Norm geworden. Klassische RZB's (ich verbinde mit dem Wort eine Art Hassliebe) sind längst zur Spießigkeit verkommen, die 70er lassen grüßen. Wenn schon eine Zweierbeziehung, dann sollte man wenigstens  gemeinsam Sex mit anderen Pärchen haben oder eine offene Beziehung pflegen. Aber warum dann überhaupt eine Beziehung führen? Hat man/frau nicht den Mut allein im Bett einzuschlafen?